Ausbau der Fernwärme in Muri-Gümligen in zwei Phasen – ein kommunaler Beitrag an die Klimawende

Der Gemeinderat von Muri bei Bern räumt der Umwelt einen hohen Stellenwert ein. In seinen Legislaturzielen 2021 bis 2024 ist festgehalten, dass erneuerbare Energiequellen zu nutzen sind und deren Anteil an der lokalen Energieleistung auszubauen ist. Im Auftrag der Gemeinde arbeiten die Gemeindebetriebe Muri bei Bern am Aufbau eines Fernwärmenetzes in Muri-Gümligen. Dereinst sollen rund 60 % der Bevölkerung mit nachhaltiger Wärme versorgt und jährlich rund 13’000 Tonnen CO2 eingespart werden.

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Treibhausgasemissionen Schweiz

Die Projektierung und Realisierung solch thermischer Netze sind komplex, denn sie berühren Zuständigkeitsbereiche von Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden. Eine enge Zusammenarbeit aller Staatsebenen gilt als Schlüsselfaktor für das Erreichen der geplanten Beschleunigung des Netzausbaus.

Der politische Auftrag auf lokaler Ebene lautet: Nutzung erneuerbarer Energien


1. Eigentümerstrategie gbm 2018

  •  Die gbm räumen der Umwelt einen hohen Stellenwert ein und sind bestrebt, den Anteil von erneuerbarer Energie zu steigern
  • Die gbm können den Kunden weitere Dienstleistungen im Bereich effizienter und sparsamer Energienutzung erbringen
  • Die gbm sind politisch neutral
  • Die gbm werden nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführt

 

2. Massgebende Legislaturziele des Gemeinderats 

  • Umsetzung Energieleitbild und Energierichtplan
    Aufbau eines Fernwärmenetzes
  • Prüfung von Tiefengrundwasser für Wärmenutzung
  • Organisatorische Unterstützung von Photovoltaik-Projekten und CO2-neutralen Wärme- und Energieträgern
  • Muri b. Bern spielt bei der Dekarbonisierung eine aktive Rolle

Das geplante Fernwärmenetz in Muri-Gümligen in zwei Phasen

Das Gesamtkonzept des entstehenden Fernwärmenetzes in Muri-Gümligen ist planerisch in ein Basisprojekt und ein Erweiterungsprojekt aufgeteilt. Dies trägt den unterschiedlichen Terminplanungen und den Anforderungen bezüglich der Finanzierung Rechnung.

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Konzeptplan Basis- und Erweiterungsprojekt 2025

Phase 1: Basisprojekt mit Holzschnitzel- und Gas-/Biogas-Heizzentralen

Das sich im Aufbau befindliche Basisprojekt umfasst ein zusammenhängendes Fernwärmenetz und sechs Heizzentralen. Zwei Grundlast-Heizzentralen im «Gümligenfeld» und im «Thoracker», werden mit Holzschnitzeln betrieben. Für Spitzenbedarfszeiten (d. h. an sehr kalten Wintertagen) werden ergänzend vier kleinere Spitzenlast-Heizzentralen angelegt, die mit Gas/Biogas betrieben werden. Bis zum Jahr 2030 soll das Basisprojekt abgeschlossen sein. Die Bevölkerung auf dem Gemeindegebiet soll mit nachhaltiger Wärmeenergie versorgt werden können. 

Phase 2: Erweiterungsprojekt mit einer Tiefengrundwasser-Heizzentrale

Ein Fernwärmenetz, das ökologische Kriterien erfüllen muss, kann – nach heutigem technologischem Stand und unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse in Muri-Gümligen – nur mit Holzschnitzeln und Tiefengrundwasser betrieben werden. Solcherart wird es möglich, einen möglichst CO2-armen Fussabdruck zu hinterlassen.

Die Gemeinde Muri bei Bern verfügt im Aareraum über Tiefengrundwasser. Das Erweiterungsprojekt umfasst u.a. den Bau einer Tiefengrundwasser-Heizzentrale im «Manneried». Mit dem Erweiterungsprojekt können zusätzliche Fernwärmegebiete über Netzerweiterungen erschlossen werden, wodurch rund 60 % der Muri-Gümliger Bevölkerung mit Fernwärme versorgt werden können.

Mit nachhaltigen Energiequellen zu höchster Versorgungssicherheit

Nach Abschluss der Realisierung des Basis- und des Erweiterungsprojektes können die Holzschnitzel-Heizzentralen für Mittellasten und ihr Betrieb auf die Wintermonate beschränkt werden. Für die Abdeckung der Grundlast wird die Tiefengrundwasser-Heizzentrale genutzt werden. Das Gesamtprojekt stellt eine wegweisende Lösung dar, indem ein Fernwärmenetz mit zwei unterschiedlichen Primärenergieträgern (Umweltwärme und regionales Holz) über das definierte Versorgungsgebiet realisiert wird. Das Gesamtsystem wird dadurch energetisch, ökologisch und ökonomisch weiter optimiert.

Die gbm setzen auch darum auf zwei verschiedene Grundlastsysteme mit zwei unterschiedlichen erneuerbaren Energieträgern (Tiefengrundwasser/Holz), damit bei einem allfälligen Betriebsausfall einer Zentrale eine Redundanz basierend auf erneuerbarer Energie gewährleistet ist. Zudem sind die gbm dadurch nicht nur vom Rohstoff Holz abhängig. Und – bei der Energieversorgung besonders von Bedeutung ­– das Konzept gewährleistet ein Höchstmass an Versorgungssicherheit für Muri-Gümligen.

Kooperation mit Energie Wasser Bern

Zurzeit prüfen die gbm und Energie Wasser Bern (ewb) die Möglichkeit einer Zusammenarbeit bei der Entwicklung und dem Aufbau einer gemeinsamen Tiefengrundwasser-Zentrale im Gebiet «Manneried». Die ewb möchte dereinst das an Muri b. Bern grenzende Gebiet Bern Ost (Egghölzli, Weltpost) mit Fernwärme versorgen können. Die beiden Parteien haben eine entsprechende Absichtserklärung (LOI) in Vorbereitung.

Projektfinanzierung und -elemente

Basisprojekt

Das Basisprojekt im Umfang von 45 Millionen Franken realisiert und finanziert die gbm eigenständig. Die Finanzierung ist gesichert.


Elemente:

  • Konzeption bis Realisierung Verteilnetz
  • Konzeption bis Realisierung alle Gas-/Biogas-Heizzentralen
  • Wärmeverbund Thoracker mit Holz-/Gas-Heizzentrale und dazugehörigem Leitungsnetz
  • Vorbereitungsarbeiten Heizzentrale Tiefengrundwasser bis und mit Baugesuchsverfahren

Erweiterungsprojekt

Mit rund 52 Millionen Franken übersteigen die Kosten des Erweiterungsprojekts die finanziellen Möglichkeiten der gbm. Angesichts des hohen öffentlichen Nutzens prüft der Gemeinderat eine temporäre Anschubfinanzierung seitens der Gemeinde. Höhe, Form und Rückzahlungsmodalitäten sind zurzeit in Abklärung. Diese Anschubfinanzierung muss in einer Volksabstimmung genehmigt werden, die voraussichtlich am 29. November 2026 stattfinden wird.


Elemente:

  • Bauprojekt bis Inbetriebnahme Heizzentrale Tiefengrundwasser
  • Planung bis und mit Realisierung Verteilnetz im Einzugsgebiet Pourtalèsstrasse und Verbindung zum weiteren Netz
  • Konzeption bis und mit Realisierung eines Energiespeichers
  • Planung bis und mit Realisierung Erweiterung Spitzenlastzentralen

Gemeindegebiete mit der höchsten Energiedichte

Beim Auf- und Ausbau des Netzes werden primär die Gemeindegebiete mit der höchsten Energiedichte berücksichtigt, das heisst jene Standorte, an denen die meisten Bürgerinnen und Bürger wohnen und wo grössere Gewerbeliegenschaften und öffentliche Bauten angesiedelt sind.

Einsatz von über 90 % nachhaltigen Energieträgern





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