Warum hat sich das AZ Alenia für Fernwärme entschieden?
Peter Bieri: Zwischen den Heimen der Gemeinde Muri bei Bern und der Stiftung Siloah bestanden bereits seit den 1970er-Jahren Synergien in der Betriebsführung und Infrastrukturbewirtschaftung. In den 1990er-Jahren entstand auf dem Siloah-Areal ein gemeinsamer Wärmeverbund. Die Gemeinde nutzte damals die Chance für eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Wärmeproduktion und beteiligte sich mit 30 Prozent an der Gesellschaft Energieverbund Siloah AG (EVS AG). Seit 2006 ist dieses Aktienpaket auf das Alterszentrum Alenia übertragen. Für unseren Betrieb ist eine zuverlässige Wärmeversorgung rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, unverzichtbar. Gleichzeitig sind ökologische und wirtschaftliche Aspekte für uns von grosser Bedeutung. Fernwärme verbindet diese Anforderungen: Wir erhalten eine zuverlässige Wärmeversorgung und können gleichzeitig auf eine nachhaltige Lösung setzen.
Welche Bedeutung hat die Nachhaltigkeit für das AZ Alenia?
Nachhaltiges Wirtschaften – sozial, ökologisch und ökonomisch – ist seit Jahren fest in unserem Unternehmensleitbild und unserer Strategie verankert. Als Tochterunternehmen der Gemeinde Muri bei Bern tragen wir die nachhaltige Energiestrategie der Gemeinde vollumfänglich mit. Fernwärme ist für uns deshalb ein konsequenter Schritt.
Welche Vorteile bietet Ihnen die Zusammenarbeit mit den gbm?
Ein wesentlicher Vorteil ist die professionelle Entlastung im laufenden Betrieb. Die Wärmeproduktion und -verteilung liegen in der Verantwortung des EVS. Die Geschäftsführung wird in dessen Auftrag durch die Gemeindebetriebe Muri b. Bern (gbm) wahrgenommen. Dadurch können wir uns auf unsere Kernaufgaben als Pflegeinstitution konzentrieren.
Auch bei Sanierungs- und Neubauprojekten profitieren wir von der Erfahrung des EVS-Teams, das die technischen und örtlichen Gegebenheiten auf dem Siloah-Areal bestens kennt. Das schafft kurze Wege und eine hohe Planungssicherheit.
Was hat sich für Ihren technischen Dienst verändert?
Die klare Aufgabenteilung entlastet unseren technischen Dienst spürbar. Er konzentriert sich auf die Wärmeverteilung und die technischen Anlagen innerhalb der AZ Alenia-Gebäude, während die übergeordnete Wärmeversorgung durch unseren Partner, die EVS AG, sichergestellt wird. Das reduziert den eigenen Aufwand und schafft Freiraum für andere wichtige Aufgaben.
Wie wichtig ist die Versorgungssicherheit für ein Alterszentrum?
Sie hat für uns höchste Priorität. Unsere Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auf einen verlässlich funktionierenden Betrieb angewiesen. Wärme gehört dabei zur grundlegenden Infrastruktur. Eine sichere und jederzeit verfügbare Energieversorgung ist deshalb für uns keine Komfortfrage, sondern eine zentrale Voraussetzung für einen funktionierenden Pflegebetrieb.
Spüren Sie auch bei Ihrer Bewohnerschaft ein wachsendes Interesse an nachhaltigen Lösungen?
Ja, deutlich. In den vergangenen Jahren werden wir zunehmend gefragt, wie und wo das AZ Alenia Nachhaltigkeit konkret lebt. Das Interesse an umweltbewusstem Handeln ist spürbar gewachsen. Mit einer nachhaltigen Wärmeversorgung können wir diesem Anspruch auch bei unserer Infrastruktur Rechnung tragen.
Was empfehlen Sie anderen Liegenschaftseigentümern und Institutionen, die einen Fernwärmeanschluss prüfen?
Wir sehen in Fernwärme eine ökologisch und wirtschaftlich überzeugende Lösung. Gleichzeitig reduziert sie den Aufwand für den Eigentümer, weil wichtige Aufgaben der Wärmeversorgung an einen professionellen Partner ausgelagert werden können.
Auch die transparente Preisbildung und die regelmässige Abrechnung sind Vorteile. Sie erleichtern die Budgetierung und schaffen Planbarkeit bei den Wärmekosten. Hinzu kommt, dass die Wärmeversorgung nicht von einem einzigen Energieträger abhängig ist. Das kann zu einer höheren Stabilität der Wärmekosten beitragen.
Fernwärme ist für uns deshalb mehr als eine reine Heizlösung: Sie verbindet Versorgungssicherheit, Nachhaltigkeit und betriebliche Entlastung. Das gibt uns die Möglichkeit, unsere eigene Energie dort einzusetzen, wo sie für unsere Bewohnerinnen und Bewohner den grössten Nutzen schafft.
Zu erwähnen ist noch, dass das AZ Alenia nicht nur Wärme, sondern auch elektrische Energie vom EVS bezieht. Besonders wichtig ist dabei die Verfügbarkeit von Notstrom. Im Fall eines regionalen Stromausfalls können zentrale und lebenswichtige Funktionen wie der Betrieb unserer Grossküche über einen längeren Zeitraum sichergestellt werden.